Autor Thema: Beschneidung  (Gelesen 5643 mal)

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Offline Ree

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Re: Beschneidung
« Antwort #30 am: 23. Dezember 2012, 16:31 Uhr CET »
Zitat von: aljadis
Nur die Typ3 Beschneidung und eine Beschneidung ohne Betaeubung kann man als brutal bezeichnen. Und viele beschnittene Frauen fuehlen sich auch nicht als verstuemmelt und haben auch spass am Liebesleben - im Regelfall.
Was meinst Du damit?

   
Zitat von: http://de.wikipedia.org/wiki/Beschneidung_weiblicher_Genitalien
Typ I: teilweise oder vollständige Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris (Klitoridektomie) und/oder der Klitorisvorhaut (Klitorisvorhautreduktion).
        Type Ia: Entfernung der Klitorisvorhaut
        Type Ib: Entfernung der Klitorisvorhaut und der Klitoris
    Typ II: teilweise oder vollständige Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Schamlippen (Exzision).
        Type IIa: Entfernung der kleinen Schamlippen
        Type IIb: Entfernung der kleinen Schamlippen und ganz oder teilweise Entfernung der Klitoris
        Type IIc: Entfernung der kleinen und großen Schamlippen und ganz oder teilweise der Klitoris
    Typ III (auch Infibulation): Verengung der Vaginalöffnung mit Bildung eines deckenden Verschlusses, indem die inneren und/oder die äußeren Schamlippen aufgeschnitten und zusammengefügt werden, mit oder ohne Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris.
        Type IIIa: Abdeckung durch Aufschneiden und Zusammenfügung der kleinen Schamlippen
        Type IIIb: Abdeckung durch Aufschneiden und Zusammenfügung der großen Schamlippen
    Typ IV: In dieser Kategorie werden alle Praktiken erfasst, die sich nicht einer der anderen drei Kategorien zuordnen lassen. Die WHO nennt beispielhaft das Einstechen, Durchbohren (Piercing), Einschneiden (Introzision), Abschaben sowie die Kauterisation von Genitalgewebe, das Ausbrennen der Klitoris oder das Einführen ätzender Substanzen in die Vagina.

Meinst Du, die Entfernung (oder Ausbrennen) der Klitoris wäre keine brutale Verstümmelung?  Vergleichbar wäre das mit der Amputation des Penis oder zumindest der Penisspitze (Eichel). Die männliche Beschneidung läßt sich allenfalls mit der Beschneidung der Klitorisvorhaut vergleichen; aber kommt das häufig vor, nur diese zu beschneiden? Da müßte schon sehr genau aufgepaßt werden, um nicht zu viel abzuschneiden, und welchen Sinn hätte es?

Damit will ich nun nicht die männliche Beschneidung verharmlosen, aber eben auch nicht umgekehrt.

aljadis

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Re: Beschneidung
« Antwort #31 am: 23. Dezember 2012, 16:42 Uhr CET »
Dass ausgebrannt wird, wusste ich nicht.
Die betroffenen Frauen sind nicht der Meinung, dass sie brutal verstuemmelt wurden, wenn die Klitoris entfernt wurde und berichten auch ueber ein ausgefuelltes sexualleben.
Ich will die Frauenbeschneidung auch nicht verharmlosen, aber die betroffenen Frauen tun es selber.
Die Klitorisentfernung kann man nicht mit einer Amputation des Penis vergleichen. Frauen haben auch noch andere z.T. sehr erogene Zonen. Ohne Klitoris koennen Frauen auch ihren Spass bekommen und davon berichten betroffene Frauen auch.
Natuerlich ist eine Frauenbeschneidung schlimm, aber nicht so schlimm, wie sie manchmal dargestellt wird.

Offline Ree

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Re: Beschneidung
« Antwort #32 am: 23. Dezember 2012, 17:59 Uhr CET »
Zitat
Die betroffenen Frauen sind nicht der Meinung, dass sie brutal verstuemmelt wurden, wenn die Klitoris entfernt wurde und berichten auch ueber ein ausgefuelltes sexualleben.
Das kann ich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht vorstellen. Ich kann dazu natürlich nichts definitives sagen, da ich es (Gott sie Dank) nicht selbst erlebe. Aber vielleicht haben diese Frauen einfach keine Vorstellung davon, wie es sonst sein könnte. Wenn einem Baby bei der Geburt die Augen entfernt würden, würde es sich später vielleicht auch nicht verstümmelt fühlen, weil es gar nicht wüßte, was Farben sind.

PS: Hast Du das aus privaten Erzählungen, oder kann man das irgendwo nachlesen?

aljadis

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Re: Beschneidung
« Antwort #33 am: 23. Dezember 2012, 19:25 Uhr CET »
Ich habe es nicht von Frauen persoenlich gehoert, aber wenn mein Mann so redet, scheinen sich beschnittene Frauen normal zu verhalten. Wir leben in Aegypten und da ist so gut wie jede beschnitten. Die meisten typ 2. Ich hatte auch vor einiger Zeit etwas darueber im internet gelesen, wo Frauen meinten, dass sie ein normales Leben haben und das deckt sich mit den Erzaehlungen meines Mannes.
Mir ist schon klar, dass sie es einfach nicht anders kennen. Aber ich weiss auch aus eigener Erfahrung, dass man eine Klitoris nicht unbedingt braucht, um eine Befriedigung zu verspueren und ich bin nicht beschnitten, muss es also beurteilen koennen.


aljadis

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Re: Beschneidung
« Antwort #34 am: 23. Dezember 2012, 19:38 Uhr CET »
@ Asena
einer unserer Mitglieder hat hier einen tollen Artikel geschrieben, in dem du dir eine kleine Vorstellung ueber die Skrupelosigkeit vieler Aerzte machen kannst:

http://diewahrheithatfluegel.wordpress.com/2012/12/08/der-zahnarztliche-betrug/

Ich waere fast an der Luege einer Aerztin gestorben. Ich hatte starke Depressionen von der Pille bekommen und sie meinte, es kaeme nicht von der Pille und verschrieb sie mir weiter. Es ist Aerzten seit Jahrzehnten bekannt, was die Pille fuer Nebenwirkungen haben kann. Meine Depression wurde so stark, dass ich nicht mehr leben wollte und hatte mir eine Packung Schlaftabletten besorgt - zu meinem Glueck gibts heutzutage nur noch 10er Packungen (nicht genug zum Sterben) und ich hatte nicht die Kraft, den naechsten Arzt fuer ein weitere Packung anzuluegen.

Es ist seit Jahren bekannt, dass Aerzte mehr OP's durchfuehren, als eigentlich notwendig ist und auch, dass Aerzte von der Pharmaindustrie "Geschenke" bekommen, fuer Gegenleistungen natuerlich.

Die Meinung von Aerzten sollte man kritisch beurteilen. Wenn Aerzte ehrlich waeren, wuerde mindestens die Haelfte von ihnen ihren gut bezahlten Job verlieren.


Offline Asena

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Re: Beschneidung
« Antwort #35 am: 23. Dezember 2012, 22:56 Uhr CET »
Findest du es nicht ein wenig ungerecht, alle Ärzte für das verantwortlich zu machen bzw. jene danach zu bewerten, was andere Ärzte tun? Ich möchte auch nicht für das verantwortlich gemacht und bewertet werden, was andere Menschen mit der selben Religion, Nationalität oder (in Zukunft) gleichem Beruf tun. Gerade weil viele Leute auch Ärzte werden, weil sie Menschen helfen wollen. Natürlich ist nicht zu bestreiten, dass es Ärzte gibt, denen man sofort die Lizenz entziehen sollte, aber wir haben zum Glück immer nur gute Erfahrungen mit unseren Ärzten gemacht. (außer einer Zahnärztin, die TOTAL unorganisiert war, aber das ist ein anderes Thema...)
Mein Arzt hat sich zum Beispiel immer dagegen gewährt, das mir die Mandeln raus genommen werden. Generell verschreibt dieser Arzt nur ungern zu starke Medikamente und Antibiotika, weil man sonst dem Körper nicht die Möglichkeit gibt, sich selbst zu heilen (wozu er durchaus in der Lage ist...). Jene beiden Ärzte hätten von der Beschneidung meines Bruders ohnehin nicht profitiert, weil von Anfang an klar war, dass wir das in der Türkei machen wollten. Da hätten sie sich genauso gut dagegen stellen können. Wichtig ist eben, dass es ein richtiger Arzt macht und nicht irgend so ein selbst ernannter Guru mit einer rostigen Schere.

Ich weiß, dass Frauen aus Zentralafrika (teilweise) sehr stolz darauf sind, beschnitten zu sein, weil das dort als Merkmal für eine "ehrbare" Frau gesehen wird und weil gerade in der ländlichen Bevölkerung der Aberglaube vorherrscht, dass die Klitoris immer größer und größer wird, bis sie zum Penis geworden ist oder dass jene giftig ist und dem Sexualpartner (=Ehemann), als auch den Kindern, wenn sie entbunden werden, Schaden zufügt.
Auch wird es in einigen Gesellschaften gezielt so gemacht, dass man keine Freude beim Sexualleben empfindet, weil dies als "unehrenhaft" gilt. Eine Frau soll gefälligst keinen Spaß an ihrem Trieb haben. Lieber Schmerzen, als Lust. Oder Mädchen werden besonders früh beschnitten (mit 4-12 Jahren), damit sie niemals auf die Idee kommen sich selbst zu befriedigen. Der Schmerz ist somit ein Schutz für die Frau.
Wie gesagt, ist das in Zentralafrika der Fall. In Nordafrika (Ägypten etc.) werden, soweit ich weiß, hauptsächlich die Beschneidungstypen 1 und 2 durchgeführt.
Bei der männl. Beschneidung kann der Mann evtl. beeinträchtigt sein, aber eine beschnittene Frau kann eventuell ihr Leben lang keinen Orgasmus mehr bekommen. Das einzige, was man mit moderner Medizin dann vlt. noch tun kann, ist es ihr die Schmerzen zu nehmen. Beim Mann kann es gut begründete, medizinische Gründe für eine Beschneidung geben, aber bei Frauen ist mir so Etwas nicht bekannt.
Auch ist anzumerken, dass in Afrika irgendwo in der Wüste oder Steppe, solche "Operationen" meist mit einem weniger geeigneten Werkzeug durchgeführt werden, spricht Glasscherben, spitzen Steinen u.Ä.

Deinen angeführten Koranvers sehe ich nicht wirklich als Argument gegen Beschneidung. Mir ist generell kein Vers in Erinnerung, der sich überhaupt zur Beschneidung, ob beim Mann oder bei der Frau, äußert. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. 

Generell ist natürlich zu sagen, dass wir nicht so erschaffen wären, wie wir nun mal sind, wenn es da Veränderungsbedarf gäbe. Aber gerade die Debatte um Beschneidung bei Männern in Deutschland ist scheinheilig und hat weniger mit Kindeswohl, dafür aber mehr mit der "Angst" vor fremden Bräuchen zu tun.

Ach ja: Bei Mandelentzündungen beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Nachblutung bei 1-6%! Da laufe ich lieber auf ewig mit entzündeten Mandeln rum. ;P
Der Wissende weiß, daß er glauben muß.
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Offline Ree

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Re: Beschneidung
« Antwort #36 am: 23. Dezember 2012, 23:33 Uhr CET »
Salam liebe Asena,
Zitat
Aber gerade die Debatte um Beschneidung bei Männern in Deutschland ist scheinheilig und hat weniger mit Kindeswohl, dafür aber mehr mit der "Angst" vor fremden Bräuchen zu tun.
Jetzt verallgemeinerst Du aber genauso, wie Du es gerade Aljadis vorgeworfen hast. natürlich gibt es immer die Leute, die das Kindeswohl nur zum Vorwand nehmen, so wie auch den Tierschutz beim Schächten. Aber nicht alle, die etwas kritisieren, haben böse Absichten. So wie es gute Ärzte gubt, die nicht an der Krankheit der Patienten verdienen wollen, gibt es viele Menschen, die sich zurecht um das Kindeswohl sorgen.

Ich denke, es war keine gute Idee, da schnell mal ein Gesetz zu schaffen, das die Beschneidung erlaubt. Man hätte es als straffrei deklarieren können, statt den Eltern das Recht auf Entscheidung zu geben.

Offline Asena

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Re: Beschneidung
« Antwort #37 am: 24. Dezember 2012, 23:58 Uhr CET »
Wirklich verallgemeinert finde ich das jetzt nicht, aber vlt. habe ich mich auch einfach zu ungenau ausgedrückt. Natürlich beschreibe ich die Debatte generell, so wie ich sie empfinde. Dass es da immer Leute gibt, die evtl. wirklich nur an die Kinder denken, will ich nicht bestreiten, obwohl ich die Haupttendenz eben doch scheinheilig finde und genau um diese Haupttendenz geht es mir. Natürlich gibt es auch wirklich gute Auseinandersetzungen, aber die stehen nicht im Mittelpunkt, sind eher Randerscheinungen... Da kommen dann diese typischen "Wutbürger" die nur irgendetwas brauchen, was sie mal ordentlich schlecht reden können ohne sich differenziert damit auseinander zu setzten, die nur kritisieren, ohne ein Gegenargument auch nur gelten zu lassen oder es "runter reden", weil es entweder von einem Juden, einem Muslim oder einem viel zu menschenfreundlichen Linken kommt. Das ist ja so "typisch" und gar nicht ernst zu nehmen, heißt es dann.
Man hat diese generell kritische Haltung gegenüber "importierten" Traditionen und das muss dann automatisch schlecht sein. Dass es bei der Beschneidung tatsächlich berechtigte, schwerwiegende Gegenargumente gibt, scheint mir da fast eher wie ein Zufall.  Wenn es um den Islam geht, wird ohnehin sofort gerne geschimpft was das Zeug hält, hier gab es wieder den kleinen Dämpfer, weil die Beschneidung bei den Juden auch vorkommt und sogar im Grunde viel wichtiger ist (bei denen steht das auch sehr genau geschrieben?).

Oft habe ich das Gefühl, dass das Kindeswohl nur eine gute Berechtigung dafür ist, mal ordentlich über jene zu schimpfen, die man sonst wegen der political correctness ja bloß nicht kritisieren darf ohne, dass die Gefahr besteht, als Rassist oder sonst was deklariert zu werden. :P (sprich Juden und Muslime/Migranten)

Aber die besten sind immer noch jene, die dann so absolut stolz sagen: "Wenn ich Antisemit bin, nur weil ich das Wohl des Kindes über alles stelle, dann bin ich halt Antisemit!" Oh, wie wundervoll, dass sich jemand aus diesem ewigen Schuldgedanken gegenüber Juden befreien konnte... Meist sind das dann die Leute, die bei anderweitigen Diskussionen, die irgendetwas mit Juden oder Israel u.Ä. zu tun haben, die als erstes mit der Antisemitismus-Keule kommen.
 
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aljadis

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Re: Beschneidung
« Antwort #38 am: 27. Dezember 2012, 07:20 Uhr CET »
@ Asena
Ich hatte nicht behauptet, dass alle Aerzte schlecht sind. Wir sollten nur ihre Meinung kritisch hinterfragen, da es leider sehr viele gibt, denen Geld wichtiger ist.
Das Beispiel, was ich schrieb, war nicht meine einzige schlechte Erfahrung. Sie war nur die schlimmste. Zum Glueck gibts heute google, wodurch man Aerzte leichter hinterfragen und kontrolieren kann.

Wie kommst du darauf, dass die Debatte um die Beschneidung bei Jungen nichts mit Kindswohl zu tun hat???
Die Debatte wurde losgeloest, weil ein Junge daran gestorben ist und haettest du dir meinen Link durchgelesen , wuesstest du, dass es keine Einzelfaelle sind, bei denen Jungen ihr lebenlange Folgen haben.
Hast du bei einer Beschneidung mal zugeschaut und den Jungen die Tage danach beobachtet? Es ist schmerzhaft und barbarisch.

Offline Asena

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Re: Beschneidung
« Antwort #39 am: 27. Dezember 2012, 11:09 Uhr CET »
Hättest du meinen Beitrag genau genug gelesen, hättest du vlt. herauslesen können, das ich durchaus erwähnt habe, dass es auch gute Diskussionen zu dem Thema gibt, die beide Seiten möglichst neutral beleuchtet. Ich kritisiere lediglich den Mainstream. Viele merken wahrscheinlich gar nicht, wie sehr sie auf diesen "böse, äußere Traditionen"-Tripp aufsteigen und im Grunde durch diese Debatte nur versuchen diesen Dampf der Fremdenfeindlichkeit mal ein bisschen raus zu lassen. Das kann ich natürlich nicht jedem unterstellen.

Ich hab mir den Link durchaus angeguckt, aber ich dachte, wir waren uns dabei einig, dass die meisten OPs gut gehen. Wenn sie nicht gut gehen ... nun, dass es dann ziemlich unschön wird, ist mir auch so bewusst. Und ich kenne auch keinen operativen Eingriff, der nicht irgendwie ekelhaft und nach Metzger aussieht.

Meinen Bruder hat es eig. ziemlich gefallen, wie ein Prinz gefeiert zu werden, aber okay, er war auch älter (11? glaub ich, weiß nicht mehr). Wobei man das aus einer rein feministischen Perspektive auch wieder kritisieren könnte. Nicht, dass er durch das Gefeiere glaubt, er könne im späteren Leben auch auf kleiner Prinz machen ;)
Wir sind zu so einem Urologen gegangen, der irgendwie damit geworben hat, Extrafortbildungen zur Beschneidung gemacht zu haben usw. Was genau das war, weiß ich auch nicht mehr, ich selbst war da erst 13-14. Daran hat der ziemlich gut verdient (für tr. Verhältnisse, für uns war das immer noch "relativ" billig) muss man sagen, aber in der Türkei ist das nicht unüblich.

Vielleicht sollten wir uns einfach darauf einigen, dass wir dazu unterschiedliche Meinungen haben. Ich werde meinen Sohn, sofern ich irgendwann einen haben werde, selbst entscheiden lassen, wenn ich finde, dass er so Etwas mit all seiner Tragweite bewerten kann und dann werden wir das nicht bei einem Medizinmann, sondern bei einem richtigen Arzt machen lassen, falls er unbedingt beschnitten werden will.
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Offline Ree

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Re: Beschneidung
« Antwort #40 am: 27. Dezember 2012, 13:49 Uhr CET »
Zitat
Die Debatte wurde losgeloest, weil ein Junge daran gestorben ist
Das stimmt nicht ganz. Im Fall von Köln, der die Debatte auslöste, gab es lediglich Komplikationen (Nachblutungen), woraufhin (vom Krankenhaus?) Anzeige erstattet wurde. Siehe das Gerichtsurteil:
http://adam1cor.files.wordpress.com/2012/06/151-ns-169-11-beschneidung.pdf

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Re: Beschneidung
« Antwort #41 am: 14. Juli 2013, 11:44 Uhr CEST »
Salamualeikum,
hier auch wieder ein Thema, eine "Unvollendete" würde man vielleicht sagen handele es sich um eine Komposition von Beethoven.
Es gibt einige Themen die "unvollendet" bleiben werden müssen weil wir zu wenig darüber wissen, aber das hier doch nicht.

Was mich immer wieder verwundert, zeigt sich durch fast rhythmisches hin- und herbewegen des Kopfes, ist die Tatsache,
dass viele Leute über etwas reden von dem sie sehr wenig wissen und dann, nachdem ihnen das Wissen ausgegangen ist,
"ich habe fertig" rufen und alle anderen machen dabei mit, insgesamt also "viel Wind um nichts" und alles bleibt beim alten,
ähnlich unseren Dorffussballern, diese trainieren sogar bei -10°C und 20cm Pappschnee mit Flutlicht, aber es wird
bestenfalls ein Platz im Mittelfeld der Kreisliga B erreicht, Schmerzen und schwere Verletzungen gehören dazu, Männer eben...

Den Fachbegriff "Zirkumzision" fand ich hier lediglich in einem Link, ich will gar nicht wissen welche Fachbegriffe
sonstwo unbekannt sind, Hauptsache man hat etwas zum Schwätzen, anscheinend.
Warum ist es, hier zumindest, nicht möglich ein Thema mit einer richtigen Antwort oder gar einem Lehrsatz abzuschließen?
Liegt es an Unwissenheit, Gleichgültigkeit (lass man die anderen ran..),
Kleinmut (viele hätten gerne "das letzte Wort, wagen es aber nicht es herauszulassen), wo hängts?
Oder braucht diese Welt immer einen den man verantwortlich machen und ggf. von ihm Schadenersatz einklagen kann so wie in den USA?
Wartet man auf "den der angekündigt wurde"? Der welcher dann alles klärt?
Kennt ihr das Gefühl zwei Minuten zu spät an die Haltestelle gekommen zu sein und darauf zu hoffen,
dass sich der Bus auch verspätet? Und wartet dann noch drei Stunden, in Hoffnung er kommt doch noch?
Damit andere "schuld" sind? Busfahrer? Getriebeschaden? "Höhere Gewalt"? Hahaha.

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Weil hier schon sehr lange nichts zum Thema gesagt wurde versuche ich eine Zusammenfassung hinzuschreiben,
schauen wir mal was der Koran meint:

"Wahrlich, Wir haben den Menschen in bester Form erschaffen."
(95:4)
"Keinen Fehler kannst du in der Schöpfung des Gnadenreichen sehen." (67:3)
Und das schreibt der Koran auch noch, hier die Worte die "Satan" sagte:
"...ich werde ihnen befehlen Allahs Schöpfung zu verunstalten..." (4,119)
Hoppla!
Nochmal: Hoppla!

Eigentlich wollte ich hier einen medizinischen Fachartikel verfassen, aber jetzt steht da ein "Hoppla" und gleich noch eines.
Sechs Buchstaben und aus dem Artikel wird nun nichts, ist nicht mehr notwendig. Lest auch 23:14, 27:88, 32:7, 80:17ff.
Diejenigen die an Allahs Schöpfung ohne Notwendigkeit herumschneiden hören auf Satan!
Sie geben der Rede Satans den Vorzug gegenüber den Warnungen Gottes!

Nachdem der Koran gesandt wurde ist es schlicht unmöglich diese Verstümmelung als religiöse Pflicht anzusehen!
Das gilt für Alle! Selbstverständlich auch für Juden und Christen und alle anderen.
Der Koran wurde an die gesamte Menschheit geschickt, Juden und Christen gehören dazu!
Sie alle sind so lange als unschuldig zu betrachten bis ihnen die Wahrheit gesagt wurde, aber dann nicht mehr.
Wer Satan gehorcht ist Feind Gottes!
Wenn sich Tote im "Grab drehen" könnten ob dieser Lüge die Gott angedichtet wird würden alle Friedhöfe der Welt bersten!

Einen "Lehrsatz" darf jetzt jemand anders hinschreiben, sollte nun recht einfach sein...
Hoffe doch...

Wasalam
5€39
Tipp an den Mann: Wenn man dich nach "Sünnet" fragt dann zieh vor allen Leute deine Hose runter!
Und zeige ihnen deinen blanken Hintern!
Man könnte sich jetzt auch hinstellen und Tage lang Vorträge halten, Hose runterziehen geht wesentlich schneller
und wirkt über Jahrzehnte. Musst nur schnell rennen können...

Ralf

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Re: Beschneidung
« Antwort #42 am: 14. Juli 2013, 19:16 Uhr CEST »
Frieden 5€39,

ich wundere mich gerade, aus welchem Zylinder Du den Satan wieder hervorgezaubert hast, war er doch in einer anderen Diskussion verschwunden. Aber mal Spaß beiseite: Die Beschneidung kommt im Koran nicht vor, aber in der Bibel. Ob sie nun wirklich auf den Propheten Abraham zurück geht, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Leider werden Traditionen nicht hinterfragt. Der Mensch ist im allgemeinen ein Herdentier, d.h. wenn man seinen Status in der Gemeinschaft behalten will, dann macht man das, was die Mitmenschen so tun, auch wenn es wenig Sinn macht.

Gerade aber weil die Heiden in früheren Zeiten einen Fruchtbarkeitskult pflegten, siehe auch Weihnachtsbaum und Ostereier, macht es mich zumindest misstrauisch, wenn dann auch noch eine Tradition besteht, an Geschlechtsteilen zu schnippeln. Es könnte zwar sein, dass die Beschneidung genau die entgegen gesetzte symbolische Bedeutung hat, sich also von den Heiden zu distanzieren, aber nichts genaues weiß man nicht.

viele Grüße
Ralf

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Re: Beschneidung
« Antwort #43 am: 15. Juli 2013, 04:03 Uhr CEST »
Frieden lieber Ralf,
ich wundere mich gerade, aus welchem Zylinder Du den Satan wieder hervorgezaubert hast, war er doch in einer anderen Diskussion verschwunden.
ja, schön dass du aufgepasst hast!
So ist das nämlich oft mit diesem Kerl, kaum glaubt man der sei weg und schwuppdiwupp isser widder da!
"Und die Vöglein taten jubilier’n und das Rehlein äugt verwundert..." (Insterburg & Co - Otto Darmstadt)
Du weißt doch, die beste Vorausetzung für eine gelungene Täuschung ist die Sicherheit in die man sein auserwähltes Opfer wiegt;
erst später kommt die eigene Fingerfertigkeit dazu, und auch dabei zeigt man nur das was gesehen werden soll,
Fehler die der zu Betrügende gefunden wähnt sind Ergebnis vieler Übungsstunden, und ihn in vollkommener Verwirrung
alleine dastehenzulassen ist schöner als jeglicher Applaus, denn man weiß er ist selbst an allem schuld, er glaubt
seinen Augen und Ohren nur, den Verstand hat er an der Kasse abgegeben, jeder hat die freie Wahl zwischen
einer Nasenlänge voraus oder vieler Lichtjahre rückwärts, zwischen im Schein stehen oder Schatten werfen,
beides tut man sowieso zur gleichen Zeit, solange zumindest bis einem ein Licht aufgeht, dass man auch da
noch hintendran geführt wurde begreift man nur noch entfernt, zum Glück gibt es Zylinderhüte, da greift der Experte
hinein und zaubert einen neuen das Böse verursachenden Wichtel hervor, dem schiebt man dann alle Schuld zu,
denn dafür ist der gedacht, der vollkommene Betrug ist gelungen, denn schließlich verhält es sich auf der Welt so:
Die meisten Gläubigen glauben an Gott und dass der Teufel existiert, Ungläubige glauben nicht an Gott, doch einen
Platz im Hirn für den Teufel haben die meisten von ihnen immer frei, an den wird geglaubt, denn wenn keiner mehr
übrig ist der schuldig ist außer einem selbst schiebt man Schuld eher auf den Teufel als Gott um Vergebung zu bitten,
das ist diese Bühne und sie steht jederzeit jedem Künstler offen, oh wie schön ist Panama...


Wa Salam,
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